„Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.“
Kurt Tucholsky (1890 – 1935)
deutscher Schriftsteller
https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Tucholsky
Kurt Tucholsky:
Die schärfste Feder der Weimarer Republik
Kurt Tucholsky (1890–1935) war nicht einfach nur ein Schriftsteller – er war das publizistische Gewissen einer ganzen Epoche. Als brillanter Satiriker, scharfzüngiger Kritiker und leidenschaftlicher Pazifist prägte er die deutsche Literatur und den Journalismus wie kaum ein Zweiter.
Tucholsky war ein literarisches Chamäleon. Da er oft das Gefühl hatte, zu viel Platz in der Wochenzeitschrift Die Weltbühne einzunehmen, erfand er kurzerhand vier Pseudonyme, unter denen er gleichzeitig schrieb: Ignaz Wrobel, Theobald Tiger, Peter Panter und Kaspar Hauser.
Sein Schaffen war geprägt von einem extremen Spagat:
Der politische Mahner: Er warnte früh und unermüdlich vor dem aufkeimenden Nationalsozialismus und der Militarisierung Deutschlands. Sein berühmtestes (und bis heute umstrittenes) Zitat: „Soldaten sind Mörder.“
Der Alltagsbeobachter: Mit Werken wie „Schloß Gripsholm“ oder „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ bewies er eine feinfühlige, fast zärtliche Seite und schuf Klassiker der modernen Liebesliteratur.
Als die Nationalsozialisten 1933 seine Bücher verbrannten und ihm die Staatsbürgerschaft entzogen, verlor Tucholsky seine wichtigste Waffe: die Sprache. Er ging ins Exil nach Schweden. Verbittert über die politische Entwicklung und durch Krankheit gezeichnet, nahm er sich 1935 in Hindås das Leben.
„Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“
