Drohende Diktaturen lassen sich nur bekämpfen, ehe sie die Macht übernommen haben.
Erich Kästner (1899-1974)
deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Kabarettdichter
https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Kästner
Erich Kästner: Der Mann mit der doppelten Feder
Erich Kästner (1899–1974) war weit mehr als nur ein Kinderbuchautor. Er war ein scharfsinniger Beobachter seiner Zeit, Lyriker, Journalist und einer der bedeutendsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit.
Was ihn besonders macht:
Der „moralische Pädagoge“: Kästner schrieb mit Herz, aber ohne Kitsch. Er nahm Kinder ernst und begegnete ihnen in Werken wie Emil und die Detektive oder Das fliegende Klassenzimmer auf Augenhöhe.
- Scharfe Gesellschaftskritik: In seinem Erwachsenenroman Fabian zeichnete er ein düster-realistisches Bild vom Berlin der späten Weimarer Republik – ein Werk, das auch heute noch erschreckend aktuell wirkt.
- Unbeugsamkeit im Dritten Reich: Seine Bücher wurden 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt. Während viele Kollegen ins Exil flohen, blieb Kästner in Deutschland – als „chronistischer Beobachter“, obwohl er mit einem Berufsverbot belegt wurde.
Sein Vermächtnis:
Kästner prägte den Begriff der „Gebrauchslyrik“ – Gedichte, die nicht im Elfenbeinturm entstanden, sondern den Alltag der Menschen widerspiegelten. Sein Schreibstil bleibt unverkennbar: direkt, humorvoll, oft ironisch und immer zutiefst humanistisch.
„Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ – Dieses schlichte Zitat fasst Kästners Lebensphilosophie wohl am besten zusammen.
