Ein interessantes Wochenende auf dem Raumschiff Erde

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An Interesting Weekend on Spaceship Earth: “

Ein interessantes Wochenende auf dem Raumschiff Erde

Kommentar von Captain Paul Watson

Captain Watson on the bridge wing of the Steve IrwinCaptain Watson auf der Brückennock der Steve Irwin. Foto: Archiv

Es war ein interessantes Wochenende. Der kanadische Fernsehsender CTV hat einen früheren Beitrag über mich aktualisiert und Samstagabend landesweit ausgestrahlt. Obwohl ich nicht in Paris war, um ihn persönlich entgegenzunehmen, wurde ich am Samstag mit dem Jules-Verne-Award ausgezeichnet, der eine besonders ehrenvolle Auszeichnung ist. Jemand war der Meinung, ich sei untergetaucht. Ich bin mir nicht sicher, ob das die korrekte Bezeichnung ist. Kann man untergetaucht sein, wenn man sich doch tatsächlich auf dem Wasser befindet?

Ich bin kein Flüchtiger. Der deutsche Haftbefehl ist nicht länger in Kraft, da ich mich nicht mehr in Deutschland aufhalte. Auf Drängen von Costa Rica und Japan hat mich Interpol auf die „Rote Liste‘ gesetzt, was tatsächlich aber nicht einem Haftbefehl gleichkommt. Es bedeutet: Wenn ich ein Mitgliedsland von Interpol betrete, werden Costa Rica und Japan informiert, die dann versuchen werden, einen Haftbefehl zu erwirken. Solange ich also keinen Mitgliedsstaat von Interpol offiziell betrete, kann ich nicht auf Grund eines Haftbefehls festgenommen werden. Weder Interpol noch irgendjemand sonst hat Kompetenzen oder Zuständigkeiten auf hoher See, was bedeutet, dass ich frei nach meinem Willen die Ozeane befahren kann. Bedenkt man, dass die Verbrecher und Plünderer der Meere hier ihr Unwesen treiben, an welch besserem Ort könnte ich sein, um sie aufzuhalten?

Die anderen Kapitäne bereiten die Schiffe vor und Captain Peter Hammarstedt hat meine Verpflichtungen zu öffentlichen Vorträgen sowie zu den Spendenaktivitäten übernommen, um sicher zu gehen, dass wir bei allen laufenden Kampagnen weiter auf Kurs bleiben: im antarktischen Walschutzgebiet, in der Bucht von Taiji, Japan, auf den Galapagos-Inseln, auf La Reunion, im Südpazifik, in Namibia und an einem Dutzend anderer Orte auf der ganzen Erde. Trotz der Hürden und Unannehmlichkeiten ist es ein gutes Leben, jeden Morgen die große rote Kugel über der östlichen See aufsteigen zu sehen, die dann am Abend auf dramatische Art hinter dem westlichen Horizont verschwindet, mit dem seltenen Vergnügen einen grünen Schein zu sehen. Und erst die Nächte! Gibt es einen besseren Ort als unter einem Netz aus strahlenden Diamanten, eingebettet in den samtenen, schwarzen Himmel? Die See bietet das große Panoramafenster des Raumschiffs Erde, mit einer Aussicht die fasziniert, demütig werden lässt und fesselt. Das alles macht mich zu einem sehr glücklichen Piraten.

Ich bin besonders begeistert, da wir kurz davor stehen, es wieder mit der japanischen Walfangflotte aufzunehmen, während sie schwächer und wir stärker sind als je zuvor. Das gibt mir große Zuversicht, dass wir eine weitere, sehr erfolgreiche Saison vor uns haben, während der wir wieder gegen die japanischen Serienwalmörder einschreiten.

Captain Paul Watson auf CTV

(Via Commentary and Editorial – Sea Shepherd Deutschland.)

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Markus Ostermeier

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