CAPTAIN PAUL WATSON SCHICKT SEA SHEPHERD NACH DEM VERLASSEN DEUTSCHLANDS EINE ERSTE NACHRICHT

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CAPTAIN PAUL WATSON SCHICKT SEA SHEPHERD NACH DEM VERLASSEN DEUTSCHLANDS EINE ERSTE NACHRICHT FÜR SE: “

CAPTAIN PAUL WATSON SCHICKT SEA SHEPHERD NACH DEM VERLASSEN DEUTSCHLANDS EINE ERSTE NACHRICHT FÜR SEINE UNTERSTÜTZER

Zum ersten Mal, seitdem die Welt darüber spekuliert, wieso Captain Paul Watson die Entscheidung traf, seine Kaution verfallen zu lassen und Deutschland nach einem siebzigtägigen Hausarrest zu verlassen, meldet sich der Captain selbst zu Wort. Er übermittelte am Wochenende dem Hauptquartier von Sea Shepherd eine Botschaft und bat um Weiterleitung an seine Unterstützer. Es folgt die gesamte Mitteilung:


Captain Paul Watson, founder of the Sea Shepherd Conservation Society. Photo: Mike MullerCaptain Paul Watson, Gründer der Sea Shepherd Conservation Society.
Foto: Mike Mulle

An meine Freunde und Unterstützer,

ich bin zurzeit an einem Ort auf diesem Planeten, an dem ich mich wohl fühle, ein sicherer Ort, der weit entfernt ist von den intriganten Ländern, die die Augen vor der Ausbeutung unserer Ozeane verschließen.

Die deutsche Regierung behauptet, ich habe durch mein Verlassen Deutschlands ihr Vertrauen missbraucht, doch hatte sie bereits das meine missbraucht. Die deutschen Politiker hatten ihre politische Entscheidung schon getroffen, bevor das deutsche Gericht zu einem Entschluss gekommen war, und während ich in Deutschland festgehalten wurde, verhandelten die Japaner mit Deutschland und beantragten die Auslieferung nach Japan, was auf fingierten Beweisen des ehemaligen Sea-Shepherd-Mitglieds Peter Bethune basiert.

2010 rammte und zerstörte das japanische Schiff Shonan Maru #2 absichtlich die Ady Gil, was sechs Menschen beinahe das Leben kostete. Der japanische Kapitän wurde nicht einmal befragt, für den Schaden wurde nie aufgekommen, es wurde keine Anklage erhoben und der Kapitän der Ady Gil, Peter Bethune, wurde mit nach Japan genommen, wo er der japanischen Küstenwache falsche Beweise lieferte, um mich für das Entern verantwortlich zu machen, und das trotz des Videomaterials, auf dem ich mich ausdrücklich gegen einen Enterversuch von Bethune ausspreche.

Wir haben die japanische Walfangindustrie bereits Abermillionen Dollar gekostet. Im Oktober 2011 wurde ihr eine Kriegskasse von ungefähr 30 Millionen Dollar an veruntreuten Spendengeldern für die Tsunamihilfe zur Verfügung gestellt, um Sea Shepherd zu bekämpfen. Mit diesem Geld hat sie die Sicherheit auf See erhöht, an amerikanischen Gerichten Zivilverfahren gegen uns eingereicht und recherchiert, an welcher Stelle wir angreifbar sein könnten.

Und die eine Möglichkeit, die die Walfänger fanden, war ein zehn Jahre zurückliegender Vorfall, der sich im Jahr 2002 in guatemaltekischen Gewässern abgespielt hatte. Bei der Anklage geht es einfach um das Behindern eines costa-ricanischen Fangbootes mit Hilfe von Wasserschläuchen. Diese Aktion war von der guatemaltekischen Regierung gestattet worden und richtete sich gegen vollständig dokumentierte, illegale Shark-Finning-Aktivitäten, die auch für die preisgekrönte Dokumentation „Sharkwater‘ gefilmt wurden. Dieser Einsatz wandte sich gegen ein Schiff, dessen Besatzung erst ein Jahr zuvor verurteilt worden war, weil sie in den Gewässern des Meeresschutzgebiet-Nationalparks von Galapagos Haien die Flossen abgeschnitten hatte. Unser Schiff, die Sirenian, hatte damals zur Überführung der Wilderer beitragen.

Japan hatte schon vorher versucht, mich durch Interpol für den Vorfall mit Bethune verhaften zu lassen, doch Interpol lehnte diesen Antrag auf eine „Red Notice‘ ab und gewährte ihnen nur eine „Blue Notice‘, so dass Staaten meine Bewegungen an Japan zwar melden, mich jedoch nicht festnehmen konnten.

Im Dezember traf sich die Präsidentin von Costa Rica mit dem Premierminister Japans. Ich hatte im November 2011 das Filmfestival Hamburg besucht, ohne in Deutschland festgenommen zu werden. Im März reiste ich ohne Zwischenfälle nach Spanien und Frankreich. Im Mai 2012 jedoch wurde ich in Deutschland aufgrund eines Auslieferungsantrags von Costa Rica festgenommen. Und ich stellte fest, dass Costa Rica, wie auch Japan, eine Interpol-Mitteilung herausgegeben hatte und Interpol die Anfrage letztlich abgelehnt hatte.

Deutschland jedoch, das weder mit Costa Rica noch Japan einen Auslieferungsvertrag hat, entschloss sich zu meiner Festnahme, die auf einem, wie sie es ausdrückten, bilateralen Vertrag mit Costa Rica basiert. Natürlich weckte dies die Aufmerksamkeit Japans und es begann Verhandlungen zu führen und wandte sich direkt an Deutschland, um eine Auslieferung zu beantragen. Diese Anfrage Japans wurde von Deutschland am 23. Juli 2012 angenommen. Das wurde mir aus verlässlichen Quellen am 22. Juli zugetragen.

Bezüglich Costa Rica hatte ich den Beweis auf Video und war mit einem Dutzend Zeugen zuversichtlich, dass ich gegen die Anschuldigungen der Haifischflossenjäger gewinnen könnte. Meine einzige Sorge war die, dass Costa Rica mich dann Japan übergeben würde und eine Inhaftierung in Japan hätte mit absoluter Sicherheit dazu geführt, dass ich nie mehr freigekommen wäre.

Diese Sicherheit hieß, dass es für mich nur eine Möglichkeit geben würde: Ich traf den Entschluss, Deutschland sofort zu verlassen.

Ich finde es absurd, dass in all den Jahren meiner Kampagnen für den Schutz und die Bewahrung der Meeresbewohner, während derer ich keinem einzigen Menschen eine Verletzung zugefügt und mich nur gegen illegale Aktivitäten laut der Definition internationaler Umweltschutzgesetze gewendet habe, Japan nun Anschuldigungen gegen mich äußern kann, nachdem sie ein zwei Millionen Dollar teures Schiff zerstört haben, ein Mitglied der Mannschaft verletzt und fünf andere fast getötet haben.

Die deutsche Regierung hat mich sehr enttäuscht. Es ist für mich offensichtlich, dass sich die deutsche Regierung mit Japan und Costa Rica verschworen hat, um mich festzuhalten, damit ich den Japanern übergeben werden könnte. Es ist für mich klar, dass die politische Entscheidung, mich den Japanern auszuliefern noch vor einem Gerichtsbeschluss getroffen wurde. All die Deutschen, die ich getroffen habe, zeigten sich als Unterstützer meiner Arbeit. Ich habe auf den Straßen keinen einzigen Kritiker getroffen, nicht in den Gerichten, in den Medien oder auf den Veranstaltungen und Vorträgen, die ich besuchte. Selbst die Polizei und Mitglieder des Gerichts unterstützten meine Ziele.

Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die mir in Deutschland zuteil geworden ist, besonders von den mir wohlgesonnenen Quellen, die mich mit den Informationen über die getroffenen Entscheidungen und den bevorstehenden politischen Entschluss, dem japanischen Auslieferungsantrag nachzukommen, versorgten, sobald ein Gerichtsbeschluss festgestanden hätte.

Es ging hier nie wirklich um Costa Rica. Es ging die ganze Zeit um Japan.

Wir haben acht Saisons lang den japanischen Walfängern die Stirn geboten, sie auf dem Meer gedemütigt und — was noch wichtiger ist — wir haben ihre illegale Geschäftemacherei durch das Töten von Walen im antarktischen Walschutzgebiet erschwert.

Es geht hier nicht um Gerechtigkeit; es geht um Rache. Es geht um eine kleine Gruppe passionierter Freiwilliger, die sich gegen eine wirtschaftliche Supermacht stellen und um die Multimillionen Dollar schwere Wilderei von Walen in einem Walschutzgebiet. Es geht darum, den politischen und wirtschaftlichen Machthabern die Wahrheit ins Gesicht zu sagen.

Costa Rica und Deutschland sind einfach nur Schachfiguren im Vorhaben Japans, Sea Shepherd zum Schweigen zu bringen und unser jährliches Eingreifen in seine illegalen Walfangaktivitäten zu stoppen.

Ich weiß, dass die Wal-Wilderer weiterhin nichts unversucht werden lassen, um mich aufzuhalten. Ich bin ihnen jedoch wieder einmal entkommen und werde versuchen, ihnen weiterhin einen Schritt voraus zu sein, ganz gleich, welche Risiken und Kosten dabei entstehen.

Ich kann meinen Schützlingen besser auf dem Meer als von einer japanischen Gefängniszelle aus dienen und beabsichtige, genau dies zu tun. Im Dezember werden unsere Schiffe sich zur neunten Kampagne aufmachen, um den illegalen japanischen Walfängern im antarktischen Walschutzgebiet die Stirn zu bieten. Die Kampagne wird „Operation Zero Tolerance‘ heißen und wir werden erneut unsere Schiffe und unser Leben riskieren, um diese Meeresräuber in ihrem erbarmungslosen Abschlachten der sanften Riesen aufzuhalten.

Vielen Dank für eure treue Unterstützung,

Captain Paul Watson


Hintergrund:

Captain Watson wurde 70 Tage lang in Deutschland festgehalten, obwohl sich die Öffentlichkeit, Prominente, Politiker und andere Koryphäen in tausenden Protestbriefen an das deutsche Justizministerium für seine Freilassung ausgesprochen haben. Er wurde am 13. Mai in Frankfurt auf dem Weg nach Cannes in Frankreich wegen einem 10 Jahre alten Haftbefehl aus Costa Rica festgenommen. Er wurde in Deutschland zur Auslieferung an Costa Rica wegen eines mutmaßlichen „Eingriffs in den Schiffsverkehr‘ festgehalten, der im Jahr 2002 bei Dreharbeiten zu der preisgekrönten Dokumentation „Sharkwater‘ stattfand. Zu diesem Vorfall kam es auf offener See in guatemaltekischen Gewässern, als Sea Shepherd auf illegale Haiwilderer stieß, die mit einem costa-ricanischen Schiff, der Varadero, auf Jagd waren. Auf Befehl der guatemaltekischen Behörden gab Sea Shepherd den Besatzungsmitgliedern der Varadero die Anordnung, das Shark Finning einzustellen und zurück zum Hafen zu fahren, um sich dort der Strafverfolgung zu stellen. Während die Varadero zurück in den Hafen eskortiert wurde, wendete sich das Blatt und ein guatemaltekisches Kanonenboot wurde ausgesandt, um die Sea Shepherd Crew abzufangen. Um dem Kanonenboot aus Guatemala zu entgehen, nahm Sea Shepherd daraufhin Kurs auf Costa Rica, wo die Crew dann sogar noch mehr illegale Shark Finning-Aktivitäten in Form von tausenden getrockneten Haifischflossen auf den Dächern von Industriegebäuden aufdeckte.

(Via Sea Shepherd News – Sea Shepherd Deutschland.)

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Markus Ostermeier

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